Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Ansichten

Ein Zukunftsmodell

Dass es nie wieder eine Vollbeschäftigung geben wird, wissen wir. Hartz 4 erwies sich als Flop. Die Bürokratie wurde allgemein auch nach den Reformen eher auf- als abgebaut. Das Steuersystem ist heute teils so kompliziert, dass manche nicht einmal ihre Steuererklärung ohne ihren Steuerberater ausfüllen können, und immer ist die Angst da, womöglich zu viel an den Staat abzugeben (und das, wo sowieso schon alles teurer wird und manche kaum genug Geld haben, um so knapp über die Runden zu kommen), zumal es noch nicht einmal gewährleistet ist, dass diese Steuergelder gänzlich sinnvoll genutzt werden.
Wer (noch) einen Job hat, ackert sich notgedrungen (und nicht unbedingt, weil es ihm solch einen Spaß macht) in zig meist nicht honorierten Überstunden ab und verliert, während er dabei deutliche Einschränkungen seiner ohnehin knapp bemessenen Freizeit hinnimmt, allmählich seine Lebensfreude und Motivation - ganz zu schweigen dass es sich langfristig negativ auf seine allgemeine Lebensqualität auswirken kann.
Hätte er diesen Stress und Druck nicht, hätte er eventuell nicht schon so viel eigene Sorgen (auch um Geld) am Hals und womöglich auch ein wenig mehr Zeit, könnte er sich beispielsweise ein gemeinnütziges Hobby zulegen, sich mehr sozial und / oder für die Umwelt engagieren und anderen Menschen in seinem Ermessen helfen. Er könnte sich sogar eine andere Arbeit suchen, die ihn nicht so kaputt macht und ausbeutet, ihm einfach allgemein besser tut, in der er für sich mehr Sinn sieht und die ihm noch mehr Erfolgserlebnisse bereitet. Er wäre frei, das zu tun, was er für richtig hält, wäre nicht mehr abhängig etwa von irgendwelchen Geldproblemen (müsste keine existenzielle Angst mehr haben, plötzlich ganz auf dem Trockenen zu sitzen).
Und folglich könnte er sich dann der Umsetzung der vielen innovativen Ideen widmen, die in ihm schlummern, aber bisher gar nicht zum Zuge kamen.

Es gibt einen - wie ich finde, sehr guten - Lösungsansatz für viele unserer heutigen wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Probleme, den ich obendrein auch noch als gerecht, menschlich und vernünftig bezeichnen würde: Die Rede ist von einem bedingungslosen Grundeinkommen.
Und es ist keine Utopie - es ist machbar! Natürlich würde es viele Jahre dauern, bis das bisherige finanzielle Sicherungssystem komplett auf dieses einfachere umgestellt wäre. Genau aus dem Grund wäre es besser, mit dem Anfang nicht erst noch ein paar Jahre zu warten (und sich zwischendurch noch durch ein paar weitere unsinnige Reformen abzulenken, nur damit es so aussieht, als säße man im Bundestag nicht nur seine Zeit ab, um ein dickes Salär zu kassieren), damit es schön noch weiter bergab geht.

Wer dem immer noch kritisch gegenübersteht (Habt Ihr etwa eine bessere Idee? Kann ja sein.), der kann sich ja zunächst einmal dies hier durchlesen.
Und wer sich noch mehr darüber informieren will oder dieses Konzept gar selbst in der einen oder anderen Form unterstützen möchte, der schaue mal beim Netzwerk Grundeinkommen vorbei.

Karin 03.01.2007, 17.38 | (0/0) Kommentare | PL

Volle Deckung, Mr. Bush

Wie in der Seitenspalte meines Blogs angegeben, lese ich momentan noch „Volle Deckung, Mr. Bush“ von Michael Moore. Der Name dieses Autors und Doku-Filmregisseurs dürfte heute jedem ein Begriff sein. Und auch wenn die Fakten drei Jahre nach der Veröffentlichung des Buches größtenteils bekannt sind und viele Themen auch im späteren Film „Fahrenheit 9/11“, den sicherlich viele inzwischen bereits gesehen haben, aufgegriffen werden, ist es doch einmal mehr aufrüttelnd, wenn man sie in geballter Form noch einmal liest. Von seiner Aktualität hat es jedenfalls nichts eingebüßt.


Nach der typischen Moore-Manier vereint er auch in diesem Buch fundiert recherchiertes Hintergrundwissen und Argumente gegen die Bush-Politik mit satirisch-bissigen Seitenhieben auf eben diese. Die Kapitel teilen sich so auf, dass jedes ein ganzes Themenspektrum im Zusammenhang behandelt. Zwischendurch gibt es zur Auflockerung (damit es nicht zu trocken wird - falls es bei Moore überhaupt trocken werden kann; ich habe es nicht so empfunden) und zur Reflexion auch ein paar hauptsächlich satirische, aber nicht minder gehaltvolle Kapitel.


In „Öl gut, alles gut“ beispielsweise erzählt er von einem fiktiven Interview in einem Traum, in dem er in der Zukunft mit seiner Ururenkelin spricht - in einer Zukunft, in der man beispielsweise mit Bleistiften statt mit Kugelschreibern schreibt, weil es kein Öl mehr gibt (auch in Kunststoff ist ja Öl enthalten).

Und in „Jesus W. Christ“, gewissermaßen eine Parodie darauf, dass sich George W. Bush in seinen Reden so oft und gern auf Gott bezieht, lässt er diesen (also Gott) zu Wort kommen und stellt klar, dass das, was Bush so treibt, alles andere als Gottes Wille sein kann. Dieser Text ist so gut, dass ich als kleinen Vorgeschmack für Euch ein Stück daraus zitieren möchte:


„Tja, so war das mit dem reichen Nichtsnutz. Bevor ich eine Heuschreckenplage senden konnte, hatte sich George W. der göttlichen Vorsehung entzogen. Ich tat mein Bestes, sein Leben so elend wie möglich zu gestalten. Ich sorgte dafür, dass all seine geschäftlichen Unternehmungen scheiterten. Ich ließ seine Baseballmannschaft völlig versagen. [...]

Aber nichts konnte George W. wirklich beeindrucken. Also brachte ich seinen Vater ins Weiße Haus, weil ich dachte, darüber würde der kleine Georgie niemals hinwegkommen. Es trieb seinen Bruder Neil in den Savings & Loan-Skandal, und Bruder Marvin ist prompt abgetaucht.

Aber George hat das nicht im Geringsten entmutigt, er fand sogar Wege, die Position seines Vaters zu seinem Vorteil zu nutzen. Ehe ich mich versah, war er Gouverneur von Texas und entschied darüber, wann Leute sterben. DAS IST MEIN JOB! Ich weiß auch nicht, vielleicht werde ich langsam alt und lasse nach, aber alles, was ich probiert habe [...] schlug fehl.“


Auf jeden Fall lohnt sich das Buch für alle, die sich kritisch mit der US-amerikanischen Politik auseinander setzen (möchten) - auch für die, die schon ziemlich viel darüber wissen und / oder „Stupid White Man“ gelesen haben (wie ich), ist es absolut empfehlenswert. Man entdeckt doch immer wieder neue Einzelheiten und Argumente oder zumindest Tatsachen, die man in der Informationsflut schon fast vergessen hatte.


 

Wer noch mehr (ganz aktuelles) Hintergrundwissen will, der schaue mal auf die Website des Autors.

Karin 02.01.2007, 12.08 | (0/0) Kommentare | PL

Saddams Tod und die Folgen

Auf dieser Seite haben bloggende Iraker ihre Ansichten und Eindrücke nach der Hinrichtung Saddam Husseins geäußert. Sehr interessant, berührend und empfehlenswert, zu lesen, wie die eigentlichen Betroffenen darüber denken. In sehr vielen Punkten spiegeln die Äußerungen auch meine eigene Meinung zum Thema wider - besonders die, die die Hinrichtung in jedem Fall verurteilen, auch in Hinblick auf die Folgen für das Land, nämlich den Konflikten, die dadurch möglicherweise noch verstärkt werden könnten.

Ich erlaube mir, einen der Statements zu zitieren, das im Grunde das Wesentliche zusammenfasst:
Treasure of Baghdad: "Although I expected it, I was shocked when I heard it. I felt I want to cry but my tears were mixed, tears of happiness and sadness at the same time. Memories of my life under Saddam flashed back in my mind like a train moving fast. An important chapter of our life is finally over. I felt happy because finally the one who suppressed us is gone and forever now. However, I felt sad because his execution is going to increase the blood bath that is already taking place. I felt sad because Saddam was replaced by more tyrants instead of one. Iraq is not a free country yet. Iraq is suffering from Mullahs and Sheikhs who most of them are religious extremists who are trying to take back Iraq to hundreds years back. Sunni and Shiite extremists who are in the government and parliament now are the ones who are imposing their religious ideas on people and in a country where most of its cities were secular. If someone criticizes them, they kill him. So what's the difference? Saddam is hanged and so should the ones ruling Iraq now."

Hier noch meine deutsche Übersetzung davon:
"Obwohl ich es erwartet hatte, war ich schockiert, als ich davon erfuhr. Ich fühlte, dass ich weinen wollte, doch meine Tränen waren gemischt, Tränen der Freude und der Trauer zugleich. Erinnerungen aus meinem Leben unter Saddam Hussein flammten in meinem Gedächtnis auf wie ein sich schnell fortbewegender Zug. Ein wichtiges Kapitel unseres Lebens ist endlich vorüber. Ich war froh, weil schließlich der, der uns unterdrückt hatte, für immer fort war. Dennoch war ich traurig, weil seine Hinrichtung das Blutbad vergrößern wird, dass noch immer stattfindet. Ich war traurig, weil Saddam durch noch mehr Tyrannen anstatt des einen ersetzt worden war. Irak ist heute kein freies Land. Irak leidet unter den Mullahs und Scheichs, die zumeist religiöse Extremisten sind und versuchen, den Irak um hundert Jahre zurückzuwerfen. Sunnitische und schiitische Extremisten in der Regierung und im Parlament sind nun diejenigen, die ihre religiösen Ideen den Menschen aufzwängen in einem Land, wo die meisten Städte weltlich / säkularisiert sind. Wenn jemand sie kritisiert, werden diese getötet. Also, wo liegt der Unterschied? Saddam ist gehängt und so sollen diese nun den Irak verändern."

Von einem Iraker, der zurzeit in Amerika lebt. Auch der Blog ist absolut lesenswert und einfühlsam geschrieben. Ein Artikel daraus hat mich besonders bewegt.

Karin 02.01.2007, 06.41 | (0/0) Kommentare | PL

Grotesk

Einen jungen französischen Anwalt brachte seine verzweifelte Liebe zu einer Kollegin beinahe für 9 Monate in den Knast - und dass nur, weil er ihr insgesamt 800 Liebesbriefe geschrieben hatte, also ohne sie zu belästigen oder dergleichen.
Jemand wird bestraft, weil er LIEBT und sich auch noch so große Mühe gibt, es auch zu zeigen! Also, wenn ich das schon lese...

Karin 26.12.2006, 01.03 | (4/4) Kommentare (RSS) | PL

Ruhige Weihnacht?

Nachdem wir gestern den ersten Akt unseres familiären Weihnachtsfestes feierlich-friedlich begangen haben, inklusive viel Herzlichkeit, einem ausgiebigen und mehrgängigen Weihnachtsessen, gemütlichem Beisammensitzen und Gesprächen und schließlich auch einigen kleinen aber feinen Geschenken, habe ich den heutigen Tag ziemlich ruhig verbracht.
Ganz ruhig? Nicht ganz. Als ich mich heute Abend um circa 19.00 Uhr oben in meinem Zimmer aufhielt, hörte ich plötzlich von draußen her ein sehr lautes RUMMS!. Nanu, dachte ich mir, ein Erdbeben scheint es ja nicht gewesen sein - und für ein Jahresend-Feuerwerk ist es noch ein wenig zu früh. Und wenn mein Vater unten im Erdgeschoss hingefallen wäre, hätte sich das auch etwas anders - leiser - angehört.
Tatsächlich war nichts von alledem passiert. Draußen - praktisch vor unserer Haustür - war offenbar "einfach nur" jemand mit ich weiß nicht wieviel Sachen gegen einen Blumenkübel gefahren, vermutlich beim Überholen kurz vor der Kurve. Jedenfalls waren zwei Autos an dem Unfall beteiligt. Mehr weiß ich auch nicht. Ein Blick aus dem Fenster zeigte lediglich eine Handvoll Menschen, die auf die Polizei warteten, die etwa eine halbe Stunde später auch eintraf. Direkt vor unserer Haustür war der eine Wagen geparkt worden, etwas weiter hinten der andere. Immer, wenn ein Auto vorbeifuhr, konnte man im Scheinwerferlicht die Scherben erkennen, die über die Straße verstreut lagen. Um 21.00 Uhr kam schließlich der Räumungsdienst des ADAC.
Tja, so etwas passiert eben auch zu Weihnachten. Und wer an Weihnachten Dienst hat (die Polizei, der Abschleppdienst, Krankenhäuser), der hat leider nicht immer eine ruhigere Arbeitszeit als sonst. Aber wird es ihnen gedankt?
Wie auch immer - morgen steht bei uns noch der zweite Akt unserer Familienweihnacht an.

Karin 25.12.2006, 21.43 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Traurig.

Ich verbessere: Grausam. Gefühlskalt. Unverständlich.
Dass manche Eltern ihren Kindern verbieten, Kontakt mit ihren Großeltern zu haben, und diese daher auch Weihnachten allein in ihren Wohnungen verbringen müssen.
Immer sind es die Kinder, die nun gar nichts dafür können, die an den hirnrissigen Konflikten der Erwachsenen leiden müssen.
Und eben die alten Leute, die so keine Gelegenheit haben, ihre Enkelkinder zu sehen geschweige denn überhaupt - nicht nur an Weihnachten - so etwas wie die Wärme einer Familie zu spüren.
Was ist das nur für eine Welt, in der solches Leid immer wahrscheinlicher wird und wohl jedes Jahr an Häufigkeit zunimmt?
Ich kann das nicht verstehen. Ich will das nicht verstehen.
Wie gerne würde ich etwas dagegen tun, Betroffenen irgendwie helfen...
Mein Gott, da wird einem ja bewusst, wie gut man es selbst noch hat.
Aber kann man es wirklich genießen, wenn man daran denkt, dass es anderen schlechter geht?
Ja, man kann es zu schätzen wissen.
Doch das heißt noch lange nicht, dass man die anderen vergisst.
Man sollte sie nicht vergessen. Sie haben es auch verdient, dass an sie gedacht wird.
Liebe Einsame, falls irgendjemand von Euch das hier liest, schaut am 24.12. dort vorbei. Auch Ihr seid herzlich willkommen. Ihr seid nicht allein! :)

Karin 23.12.2006, 17.08 | (0/0) Kommentare | PL

Man muss differenzieren

So wie der Teufel nicht gleich Teufel, das eine Böse nicht das andere Böse sondern sehr vielschichtig sein kann; und was mitunter als böse interpretiert wird, ist es für den anderen womöglich nicht unbedingt - die Kirche hält beispielsweise Kondome für böse, obwohl sie doch eigentlich "nur" vor einer schlimmen Krankheit schützen sollen, ohne auf fleischliche Genüsse verzichten zu müssen, also in Wahrheit nur vernünftig sind;

So ist auch der Sat.anis.mus im Allgemeinen ziemlich klischeebehaftet. Dabei geht es im Wesentlichen zunächst einmal einfach darum, wie es bei Wikipedia steht, ich zitiere:

"In den meisten sat.anistischen Ideologien steht die Anbetung oder Anrufung des Teufels, Sa.tans, Luzifers oder von Dämonen tatsächlich nicht im Vordergrund, zentral ist stattdessen die Förderung der eigenen Göttlichkeit, die zum Beispiel im Ausleben der Sexualität zum Ausdruck gebracht wird; Satan wird zumeist als Symbol für den Widerstand gegen religiöse Dogmen verstanden. Der Mensch wird zum Maß der Dinge und ist sein eigener Gesetzgeber, was sich in weltanschaulichem Sozialdarwinismus ausdrücken kann. Die Individualität steht im Vordergrund. Okkultismus und Satanismus sind in den meisten Fällen als getrennt zu betrachten.

Während Religionen/Philosophien wie das Christentum, der Islam oder der Buddhismus dem „Pfad der rechten Hand“ zugeordnet werden, bezeichnen sich sat.anistische Gruppierungen als dem „Pfad zur linken Hand“ zugehörig. Man unterscheidet zwei Richtungen: Beim Pfad der rechten Hand werden religiöse Gebote befolgt mit Zielen wie Verschmelzung oder Einswerden. Der Pfad zur linken Hand widmet sich „Vergöttlichung“ oder Apotheose und betrachtet das Bewusstsein individueller Existenz als besonderes Geschenk und Chance für die Entwicklung des menschlichen Potenzials. Dennoch sind nicht alle Richtungen, die dem linkshändigen Pfad zugerechnet werden, als sat.anistisch zu verstehen (vgl. Tantra)."


Klar hört sich das für Angehörige des "Pfads der rechten Hand" welcher Form auch immer ziemlich abstrus etc. an; vielleicht denkt jetzt gar der eine oder andere: "Die haben nicht mehr alle Tassen im Schrank" oder seien "weltfremd" o.ä. Bloß weil man eben nicht solche Auffassungen vertritt, sich weder damit identifizieren noch für sich einen Sinn oder gar "der Weisheit letzter Schluss" (falls es den überhaupt geben sollte) daran zu finden vermag.


Damit will ich selbstverständlich auch nichts schönreden, trägt der Sa.tanis.mus auch eindeutig provozierende, rachedurstige, intolerante und auch ansonsten sehr extreme Züge - auch im Denken - die ich tatsächlich nicht im geringsten als gut bezeichnen würde.


Was ich aber mit diesem Beitrag verdeutlichen möchte, ist dass man (allgemein, auch in Hinblick auf andere Bereiche oder Gruppen) nicht einfach alles ungeprüft über einen Kamm scheren kann / sollte.


Und der, den wir heute vereinfacht Teufel (in all seinen Gestalten und Namen) nennen, war ursprünglich übrigens auch ein ganz anderer. Er geht nämlich auf die römische Mythologie des Luzifer zurück, was übersetzt "Lichtbringer" heißt. Naheliegend, denn der Begriff wurde für den "Morgenstern" alias die Venus, verwendet, und seine Mutter war in der Mythologie Aurora, die Göttin der Morgenröte.

Luzifer -> Venus... aha, so kam es also, vermutlich, dass er von der Kirche (zum Beispiel) nach ihrer Entstehung generell verteufelt wurde!


Und wo man schon so schön dabei war, verschmolz man den Luzifer und seine Kumpane, den Beelzebub und den Mammon (der Gott des Geldes), später noch den Sa.tan in all seinen kulturell teils verschiedenen Gesichtern, der Einfachheit halber zu einer Gestalt.

Karin 21.12.2006, 06.41 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Steine am Rollen

Die Todesstrafe in den USA verliert immer mehr Befürworter. Längst wird sie von immer mehr US-Bürgern laut einer Gallup-Umfrage zugunsten von lebenslänglicher Haft abgelehnt; immer weniger US-Staaten führen sie aus, und wenn, dann immer selterner. Zwar wurden in diesem Jahr immerhin noch 53 Menschen in den USA hingerichtet, doch das entspricht knapp halb so vielen Vollstreckungen wie bisher im Durchschnitt.
Und der jüngste Vorfall in Florida dürfte wiederum den Prozess hin zu einer völligen Abschaffung einen guten Schritt weiterbringen. Meine Einschätzung ist, dass der grausame Fall viele Verantwortliche (auch die bisher noch Befürworter) zumindest zum Nachdenken angeregt hat. Wenn jetzt die Kritiker nur nicht nachlassen und sich weiterhin mit ihren (und nun noch einem mehr) Argumenten für eine Abschaffung engagieren..
Jedenfalls: Es tut sich was in den USA. Nun wurden ausstehende Todesurteile erst einmal ausgesetzt. Wie viele Menschen insgesamt noch (ob nun so grausam wie Diaz, oder nicht) sterben müssen, bis eine völlige Abschaffung durchgesetzt werden wird, steht in den Sternen - hoffen wir mal, das möglichst viele der 3366 Todeskandidaten in der Warteschleife es überleben werden.
Aber eines erscheint mir klar: Langfristig wird sich etwas ändern - wenn alle, die in Amerika die Todesstrafe ablehnen (und vor Allem die in der Politik) JETZT handeln und nicht aufhören, Druck auszuüben, für die Abschaffung zu kämpfen. Nie war die Gelegenheit günstiger, jetzt, wo die schockierenden Bilder noch frisch sind, die Unmenschlichkeit dieser Methode aufzuzeigen (die im Übrigen jedem vernünftigen Menschen einleuchten sollte).
Auch glaube ich, dass Leute wie er dann mit der Zeit immer weniger Gehör finden werden, der die Giftspritze immer noch als "verfassungsgemäß" und die Todesstrafe als "Wille des Volkes" ansieht (in Kalifornien vielleicht jetzt noch - aber wer weiß wie lange...). [Gott, wenn ich solche schon so reden höre, könnte ich mich mal wieder aufregen.]

Und auch sonst geht es in den USA aufwärts - der Rumsfeld ist raus, ersetzt wurde er durch einen Kritiker des Irakkrieges... und die nächste Wahl werden die Demokraten gewinnen. Dann heißt es: Byebye, Mr. Bush!

Nachtrag: Mein Optimismus über die Entwicklungen in den USA soll natürlich nicht vergessen machen, dass die Todesstrafe in vielen anderen Ländern (nur ein Beispiel) ebenfalls noch praktiziert wird, manchmal sogar mit noch archaischeren Methoden, und dort steht ein Verbot noch lange nicht zur Debatte, wird sich also wohl noch längere Zeit nichts daran ändern. Ich spreche hier also nur von den USA, und sehe hier zukünftig deutliche Schritte nach vorn.

Karin 19.12.2006, 14.54 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Einflussreich

Soso, nun erfahre ich also hier, dass auch ich - und Du, Blogger, und auch Du, der Du mehr oder weniger eifrig da und dort kommentierst oder sonst irgendwie Deine Meinung im Netz kundtust - dass wir alle zu den einflussreichsten Personen des Jahres gekürt wurden.
Aber was bedeutet "einflussreich"? Ist jemand einflussreich, bloß weil er viele Menschen "für sich gewinnen", ihre Herzen mit viel Schirm, Charme und Melone im Sturm erobert, oder weil er sie gar von seiner eigenen Meinung überzeugen kann (geht das überhaupt?) ? Ist jemand einflussreich, wenn alle ehrfurchtvoll oder auch nur furchtvoll zu ihm aufschauen, was er dann in seiner Blasphemie mit echtem Respekt verwechselt? Ist es jener, der, da er besonders (schein)klug reden kann, seine Klappe am weitesten aufreißt, aber in Wahrheit sein eigenes Wort nicht verstanden hat und daher nicht in der Lage ist, es auch zu leben?
Nein. Für mich ist einflussreich der, der mit leisen Tönen, bescheiden und vielleicht sogar mehr oder weniger im Verborgenen, ohne sich groß damit zu brüsten, auf die Menschen wirkt. Zum Beispiel sie zum Nachdenken anregt, ohne ihnen irgendetwas aufdrängen zu wollen. Der auch offen ist, andere Meinungen anzuhören, und diese dann gleichwertig gegenüber der eigenen akzeptiert. Der auch mal menschlich Impulse gibt, etwa indem er andere wieder aufbaut, wenn er merkt, dass es ihnen nicht so gut geht, und auch seine Ideen und Vorschläge mit den anderen teilt, jedoch ohne dass sie aufgezwungen werden und ohne beleidigt zu sein, wenn sie nicht angenommen werden (in meinen Augen würde das auf eine sehr egozentrische und neidische Denkweise hindeuten, mit der niemand - schon gar nicht er selbst - glücklich werden kann).
Einflussreich kann darüber auch sein, wer sich aktiv für bestimmte Projekte einsetzt, für Menschen eintritt oder ihnen auch mal - und sei es auch sinnbildlich - die Schulter hinhält, wenn er sieht, dass sie es gerade im Augenblick nicht aus eigener Kraft schaffen, sich wieder aufzurichten.
Mit der Quantität hat Einflussreichtum hingegen meiner Ansicht nach überhaupt nichts zu tun. Statistiken können bekanntlich lügen oder die Wahrheit so verdrehen, wie es am schönsten aussieht, und jeder nimmt sich davon das, was ihm am besten gefällt - irgendeine herausgepickte Zahl findet sich immer, die in dem Moment genau das unterstreicht, was der pedantisch suchende Zahlenfreund für richtig hält.
Und überhaupt, um zum Thema zurückzukommen: Wenn man nach den Zahlen geht, wieviele Blogs es laut einer Berlecon-Studie schätzungsweise allein im deutschsprachigen Raum gibt (heute sind es natürlich noch viiiiel mehr als vor zwei Jahren ;)), dann dürfte der Masseneinfluss Einzelner wohl doch nicht so groß sein.
Wenn man aber in kleineren Dimensionen denkt (wie oben beschrieben) und außerdem beachtet, dass jeder Blog ein persönliches Unikat darstellt, von dem mal mehr, mal weniger Menschen sich aufgrund unterschiedlicher Aspekte angesprochen fühlen, die aber immer irgendeinen Eindruck hinterlassen - ja, dann kann man denke ich schon sagen, dass jeder Blog seinen ganz eigenen Einfluss wie seine individuelle "Aura" hat.
Und schließlich sind insofern auch Ablehnung oder "für mich uninteressant" Reaktionen, die auf den Einfluss eines Blogs auf einen persönlich hindeuten. Einfluss kann also sowohl positiv als auch negativ sein.

Karin 17.12.2006, 20.23 | (1/0) Kommentare (RSS) | PL

Wenn es den Weihnachtsmann gäbe,

...dann wäre er ganz bestimmt ein technisch und intelligenzmäßig höher entwickeltes außerirdisches Wesen, wie aus einem Science-Fiction-Roman, dem Menschen haushoch überlegen, die Geschenke in einem hochtechnologisierten unbekannten Flugobjekt in einem ausgeklügelten System bringend.

Nur das allerletzte und entscheidende Geheimnis konnte noch nicht wissenschaftlich ergründet werden: Das Geheimnis seiner Existenz. Doch auch das wird sicherlich in einigen Jahren gelöst werden - man wird ihn ganz einfach nach kosmischen Vorbild im Reagenzglas heranzüchten, nachdem man lange an seinem genetischen Bauplan herumgebastelt hat, bis er alle ihm zugeschriebenen Eigenschaften und Körpermerkmale aufweist. :))))))))))))))

Karin 16.12.2006, 07.19 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

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ohne selbst eine Brise abzubekommen.
Ralph Waldo Emerson (1803-1883)







Ein Träumer ist jemand,
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und die Morgendämmerung
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Oscar Wilde (1854-1900)


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Dante Alighieri (1265-1321)


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